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Zusatzversorgungskasse (ZVK) bzw.
Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL)

  • Umlageverfahren (teils Kapitaldeckung)
  • Pflichtmitgliedschaft, wenn im öffentlichen Dienst tätig
  • Der Arbeitgeber zahlt den Hauptteil
  • Ein Teil wird vom Arbeitnehmer getragen
Zusatzversorgungskasse: Beiträge steigen

Zur Erläuterung des zweiten Bausteins der Altersversorgungspyramide schauen Sie sich unser Video an:

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Ärzte-Altersversorgung über Zusatzversorgungskassen (ZVK) sowie der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL)

Diese umlagefinanzierten Versorgungseinrichtungen erfreuen sich bei den Versorgungsberechtigten einer großen Beliebtheit. Das mag vor allem daran liegen, dass die größte Beitragslast von den Arbeitgebern geschultert wird und die Versorgungsversprechen attraktiv sind.

Jedoch haben auch diese Einrichtungen mit zunehmenden Problemen zu kämpfen. Die steuerliche Behandlung der Beiträge und Leistungen ist zudem extrem komplex und damit kaum zu durchschauen.

Finanzierungsart und Versorgungsberechtigte

Die Zusatzversorgungskassen finanzieren sich hauptsächlich über das Umlageverfahren, wobei es mittlerweile auch Zusatzversorgungskassen gibt, die über das Kapitaldeckungsverfahren finanziert werden. Letztere werden in diesem Beitrag nicht näher betrachtet, da deren Funktionsweise mit denen des Versorgungswerks aus dem vorausgegangenen Beitrag vergleichbar ist.

Die Ärzte, deren Altersversorgung über die Zusatzversorgungskasse finanziert wird, sind meistens Pflichtmitglieder. Das sind sie immer dann, wenn sie den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes unterliegen.

Darüber hinaus gibt es jedoch auch außertariflich angestellte Ärzte, denen es je nach Klinik freigestellt wird, ob sie freiwillig an der Altersversorgung der Zusatzversorgungskasse teilnehmen möchten.

Finanzierung der Beiträge zur Altersversorgung

Die Beiträge werden größtenteils durch die Arbeitgeber aufgebracht, mit einem kleineren Teil auch durch die Ärzte.

Wie wir es bereits im Beitrag zum Umlageverfahren besprochen haben, führen große demografische Veränderungen dazu, dass es für die umlagefinanzierten Systeme immer schwieriger werden wird, die Renten für ihre Rentner zu finanzieren. Deswegen werden die Beiträge steigen. Das ist schon heute eine Tatsache und diese wird im Videobeitrag anhand von zwei Beispielen belegt.

Beiträge müssen steigen, um die Versorgung der Rentner sicherzustellen

Im ersten Beispiel wird anhand der Zusatzversorgungskasse Baden-Württemberg (KVBW) aufgezeigt, dass bei dieser Zusatzversorgungskasse von 2016 bis 2018 die Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer deutlich gestiegen sind bzw. werden.

Das zweite Beispiel illustriert die Beitragssituation der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) im Abrechnungsverband West. Bei dieser Versorgungskasse sind die Beiträge für die Arbeitgeber im Vergleich zur Zusatzversorgungskasse Baden-Württemberg heute schon deutlich höher. Wahrscheinlich hat man deshalb die Beiträge der Arbeitgeber nicht erhöht sondern nur die für die Arbeitnehmer.

Diese Beitragserhöhungen sollen nicht die Leistungen für künftige Rentner steigern, sondern sie dienen hauptsächlich dazu, die versprochenen Renten weiter stabil bezahlen zu können.

Werden künftig auch die Leistungen der Rentner sinken müssen?

Aufgrund dieser Feststellungen stellt sich die Frage, wie lange Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch mit weiteren Beitragserhöhungen belastet werden können. Vielleicht müssen demnächst auch die Rentner einen Beitrag zur wankenden Finanzierungssituation leisten, indem sie eine Kürzung ihrer Renten hinnehmen müssen.

Fazit

Die Zusatzversorgungskassen im Umlageverfahren haben Finanzierungsprobleme, die aus unserer Sicht weiter zunehmen werden. Nichtdestotrotz sind Sie ein solider Finanzierungsbaustein für die Altersversorgung der Ärzte. Sie werden jedoch nicht ausreichen, um den gesamten Versorgungsbedarf der Ärzte zu decken.

Für Pflichtmitglieder der Zusatzversorgungskassen lohnt es sich an dieser Stelle nicht, sich mangels Handlungsmöglichkeiten weitere Gedanken über diese Altersvorsorge zu machen.

Interessant wird es aber für jene, die außertariflich angestellt sind und ab und an vor die Wahl gestellt werden, ob sie an der Zusatzversorgung freiwillig teilnehmen wollen.


Mit der Frage, ob sich die freiwillige Teilnahme an der Zusatzkassenversorgung für die außertariflich Angestellten Ärzte lohnt, beschäftigt sich der nächste Beitrag.

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Zusatzversorgungskasse (ZVK/VBL) für außertariflich angestellte Ärzte

  • Zusatzversorgungskasse für AT-Ärzte häufig als freiwillige Altersvorsorge möglich
  • Beiträge zur Handlungsalternative „Unterstützungskasse“ komplett steuerfrei
  • Nettorente der Unterstützungskasse fällt meist höher als die ZVK-Rente aus
Zusatzversorgungskasse: Beiträge steigen
Kurzinfo zum Video

Zusatzversorgungskassen als Handlungsalternative für außertariflich angestellte Ärzte

Zusatzversorgungskassen (ZVK/VBL) sind hauptsächlich für die Finanzierung der Altersversorgung der tariflich angestellten und damit pflichtversicherten Mitarbeiter zuständig. Jedoch haben häufig auch außertariflich angestellte Ärzte die Möglichkeit, freiwillig die Zusatzversorgungskasse für ihre Altersvorsorge zu wählen. Für diese stellt sich nun die Frage, ob diese Wahl eine sinnvolle Investition ist; eine Antwort gibt dieser Beitrag.

Gibt es attraktivere Altersversorgungsmöglichkeiten als die Zusatzversorgungskasse?

Doch wie lässt sich erkennen, ob sich eine Investition lohnt? Nun, indem die Investition mit anderen vergleichbaren Handlungsalternativen verglichen wird. Und der Vergleich soll schließlich Aufschluss darüber geben, welche Investition die erfolgversprechendere Variante ist.

Die Zusatzversorgungskassen und die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder gehören zum Bereich der betrieblichen Altersversorgung. Folglich vergleichen wir diese Altersvorsorgeformen mit einer anderen betrieblichen Altersvorsorgeform, der sogenannten Unterstützungskasse.

Voraussetzungen für einen belastbaren Vergleich

Der Vergleich wird uns jedoch erschwert, da es in Deutschland viele Zusatzversorgungskassen gibt, die unterschiedliche Beitragssätze haben. Wir verwenden für unseren Vergleich deshalb exemplarisch die ZVK Baden-Württemberg mit den ab 1. Juli 2017 gültigen Beitragssätzen.

Die Besteuerung der Beiträge und Leistungen insbesondere zur umlagefinanzierten Zusatzversorgungskasse sind derart komplex, eine einfache Darstellung ist nicht möglich.

Beim Vergleich kommt es dann auch auf die persönlichen Verhältnisse des jeweiligen Arztes an. Ist er/sie verheiratet? Gibt es Kinder? Welche zu versteuernden Einnahmen sind im Alter zu erwarten? Diese Faktoren können wir bei unserem allgemeinen Vergleich nicht berücksichtigen.

Aufgrund dieser hohen Komplexität beschränken wir uns an dieser Stelle zunächst auf einen reinen Beitragsvergleich.

Wie genau die Unterstützungskasse funktioniert, erfahren Sie in einem späteren Beitrag.

Zahlenvergleich zwischen Zusatzversorgungskasse und Unterstützungskasse

In unserem Beispiel hat der außertariflich beschäftigte Arzt ein Jahresbruttoeinkommen von 180.000 €. Für diesen Arzt werden im Jahr aufgrund des Jahresbruttoeinkommens und der Beitragssätze der ZVK Baden-Württemberg ca. 11.700 € in die Zusatzversorgungskasse eingezahlt.

In die alternative betriebliche Altersversorgung – die Unterstützungskasse – können aufgrund der Steuerfreiheit der Beiträge für den Arzt in Summe sogar ca. 21.000 € investiert werden.

Dieser immense Beitragsunterschied von ca. 9.300 Euro – wohl gemerkt – ohne Mehraufwand für den Arzt kommt deshalb zustande, weil fast die kompletten ZVK-Beiträge schon heute besteuert werden müssen, während die Beiträge zur Unterstützungskasse vollständig steuerfrei sind.

Vor- und Nachteile der verglichenen Altersvorsorgeformen

Es ist unbestritten, dass die Zusatzversorgungskassen aktuell noch sehr hohe Versorgungsversprechen abgeben, die eine alternative, betriebswirtschaftlich agierende betriebliche Altersversorgung nicht leisten kann.

Andererseits weisen die Zusatzversorgungskassen so genannte weiche Nachteile auf. Denn bei diesen sind im Gegensatz zur alternativen betrieblichen Altersversorgung nur eine Rente und keine Einmalkapitalzahlung möglich. Schlecht für den, der lieber das Kapital möchte oder zumindest die Wahlmöglichkeit.

Fazit

Nach fast allen unseren bisher durchgeführten Vergleichsberechnungen reichen die Vorteile der Zusatzversorgungskassen nicht aus, um den großen Beitragsunterschied zur Unterstützungskasse wieder wett zu machen. In den allermeisten Fällen wird der Arzt aus der Unterstützungskasse eine höhere Nettorente erhalten.

Was für Sie jedoch wirklich sinnvoll ist, kann nur in der individuellen Betrachtung ihrer persönlichen Situation erfolgen. Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.


In unserem nächsten Video werden wir uns mit den freiwilligen betrieblichen Altersversorgungsmöglichkeiten auseinandersetzen und untersuchen, ob diese für Sie sinnvoll sind.

Sie wollen wissen, ob für Sie die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes oder eine alternative betriebliche Altersversorgung günstiger ist?

Kontaktieren Sie uns, nutzen Sie das für Sie kostenlose Erstgespräch, wir beraten Sie gerne!

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