Baustein 4: private, staatliche geförderte Altersvorsorge

Private, staatlich geförderte Altersvorsorge für Ärzte in der Übersicht

Die Fakten

  • Staatlich geförderte Altersvorsorge ohne Mitsprache des Arbeitgebers
  • Fast nur Renten, kaum Kapitalauszahlungsmöglichkeiten vorgesehen
  • Staatliche Förderung erfolgt über Steuerersparnis oder höhere Zulagen

Die Alternativen

  • Riester-Rente
  • Rürup-Rente (Basis-Rente)
Wenn für Sie eine betriebliche Altersversorgung nicht sinnvoll ist, können Sie hier interessante, staatlich geförderte, private Altersvorsorge-Alternativen finden!

Details zu den privaten, staatlich geförderten Altersvorsorgemöglichkeiten erhalten Sie im folgenden Video:

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Privat geförderte Altersversorgung für Ärzte in der Übersicht

In den vorausgegangenen Videos haben wir uns in unserer Ärzte-Altersvorsorgepyramide mit den Bausteinen 1 bis 3 und damit mit den Möglichkeiten der Altersversorgung beschäftigt, die über die Klinik als Arbeitgeber durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es für angestellte Ärztinnen und Ärzte – in unserer Pyramide ist das Baustein 4 – auch private Altersversorgungsmöglichkeiten, die von staatlicher Seite unterstützt werden. Mit diesen wollen wir uns im aktuellen und den nächsten beiden Beiträgen beschäftigen.

Übersicht zu den staatlich geförderten privaten Altersversorgungsmöglichkeiten

Bei der privaten Altersversorgung besteht die staatliche Förderung in der Steuerfreiheit der Beiträge zur Altersvorsorge oder aber durch die Zahlung von Zulagen. Ähnlich wie auch bei der betrieblichen Altersversorgung wird die staatliche Förderung an Auflagen geknüpft. So soll es fast nur Rentenleistungen geben und kaum Kapital-Auszahlungsmöglichkeiten.

Dadurch bekommen früh versterbende Rentner nur wenig von ihrem ursprünglich angesparten Geld zurück. Aber mit deren frei gewordenen Geld kann wiederum Rentnern, die beispielsweise wie Johannes Heesters 107 Jahre alt werden, die vielen Renten finanziert werden.

Mit seinen Bedingungen schafft der Staat einen weiteren sozialen Ausgleich:

Jene, die das Pech haben, früh zu versterben, finanzieren die Renten jener mit, die sehr alt werden. Selbiges wird mit der eingeschränkten Vererbbarkeit des Altersvorsorgevermögens bezweckt. Das Alterskapital soll nach dem Tod des Rentners nicht vererbt, sondern für die Rentenfinanzierung der Gemeinschaft zur Verfügung stehen.

Für die Altersvorsorge der Ärztinnen und Ärzte stehen zwei Möglichkeiten der staatlich geförderten Altersversorgung zur Verfügung. Im Volksmund werden diese Möglichkeiten Riester- und Rürup-Rente genannt.


In unserem nächsten Video-Beitrag werden wir überprüfen, ob die Riester-Rente einen vernünftigen Beitrag zur Altersvorsorge der Ärztinnen und Ärzte leisten kann.

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Die private und staatlich geförderte Riester-Rente für Ärzte

Die wichtigsten Infos komprimiert auf einen Blick

  • Ärzte sind grundsätzlich nicht förderberechtigt!
  • Mittelbare Förderung über den in der gesetzlich Rentenversicherung pflichtversicherten Ehepartner möglich
  • Staatliche Förderung orientiert sich auch an der Anzahl der Kinder im Haushalt
  • Bei Kapitalauszahlungen über 30 % muss die gesamte Förderung zurückgezahlt werden
  • Zur Sicherung des Lebensstandards von Ärzten im Alter nicht geeignet
Zusatzversorgungskasse: Beiträge steigen

Details zu der privaten, staatlich geförderten Riester-Rente erhalten Sie im Video 4.1 auf der passwortgeschützten Seite Entscheidungshilfen. Das Passwort erhalten Sie als Premium-Benutzer. Zu diesem werden Sie automatisch, wenn Sie unseren Newsletter abonniert haben.

Kurzinfo zum Video

 Die private und staatlich geförderte Riester-Rente

In diesem Beitrag werden wir überprüfen, ob diese staatlich geförderte betriebliche Altersversorgung einen qualifizierten Beitrag zur Sicherung des Lebensstandards im Alter der Ärztinnen und Ärzte leisten kann.

Möglichkeiten der Riester-Rente für Ärztinnen und Ärzte

Zu Beginn müssen wir gleich feststellen, dass Ärzte aufgrund ihrer Pflichtversorgung grundsätzlich nicht förderberechtigt sind. Wenn sie jedoch mit einem Ehepartner verheiratet sind, welcher Pflichtmitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung ist, sind sie mittelbar förderberechtigt.

Die Förderung bei der Riester-Rente erfolgt entweder über Zulagen oder die Steuerfreiheit der Beiträge.

Um den möglichen Nutzen dieser Riester-Förderung darzustellen, schauen wir uns nun ein Beispiel an.

Unser Beispiel haben wir zugegebenermaßen so aufgebaut, dass im Verhältnis zum Eigenbeitrag eine kaum überbietbare steuerliche Förderung herauskommt.

Praxisbeispiel zur Riester-Rente

In unserem Beispiel haben wir eine im Versorgungswerk pflichtversicherte Ärztin, deren Ehemann als Angestellter ein durchschnittliches, rentenversicherungspflichtiges Jahresbruttoeinkommen von 39.000 Euro erhält.

Beide wollen ihren Teil zur Rettung unseres Rentensystems beitragen, haben sich folglich ins Zeug gelegt und nach 2008 insgesamt vier Kinder auf die Welt gebracht.

Um die staatliche Förderung zu erhalten, müssen die Ärztin und ihr Mann Eigenbeiträge leisten. Deren Höhe hängt vor allem von der Höhe des rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Ehemanns ab.

In unserem Beispiel müssen beide nur den Mindesteigenbeitrag für das jeweilige Jahr leisten. In Summe müssen sie jährlich gemeinsam nur 120 Euro Eigenbeitrag aufbringen.

Aufgrund dieser Eigenleistung erhalten sie die Riesterförderung.

Das Ehepaar erhält daraufhin nun zunächst eine Grundzulage von 308 pro Jahr, die sich ab dem Jahr 2018 übrigens auf 350 Euro erhöhen wird.

Eine hohe Zulage gibt es für die vier Kinder. Pro Jahr gibt es 1.200 Euro, also 300 Euro pro Kind.

Die gesamte Riesterzulage beträgt folglich 1.508 Euro im Jahr (ab 2018: 1.550 Euro).

Im Ergebnis erhält die Familie auf die Eigenleistung von jährlich 120 Euro einen staatlichen Zuschuss von 1.508 Euro. Bei dieser Förderquote kann man nicht wirklich viel falsch machen!

Fazit zur Riester-Rente

Im Ergebnis können wir festhalten, dass eine im Verhältnis zur Eigenleistung unschlagbar hohe staatliche Förderung möglich ist. Allerdings ist die Riester-Rente aufgrund der doch relativ geringen Beitragsförderung zur Sicherung des Lebensstandards im Alter allein nicht geeignet sondern kann nur einen kleinen Beitrag leisten.

Für Single-Ärzte ist keine Riester-Förderung möglich.

Bei der Riester-Rente ist grundsätzlich nur die Rentenzahlung vorgesehen. Wer trotzdem ein Kapital ausgezahlt haben will, muss sämtliche Förderungen zurückzahlen (eine 30%ige Kapitalauszahlung ist allerdings förderunschädlich möglich).

Das Antragsverfahren für die Riester-Förderung ist sehr komplex. Das lassen sich die Produktanbieter von den Kunden gut bezahlen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Produkten, die weitere hohe Kosten beinhalten, so dass die Rendite weiter geschmälert wird. Seien Sie bei der Produktauswahl also wachsam!

Haben Sie Fragen rings um die Riester-Rente, kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne. Nutzen Sie dabei auch den ersten kostenlosen Kurzcheck. 


Im nächsten Beitrag werden wir uns der Rürup-Rente, als der zweiten steuerlich geförderten, privaten Altersvorsorgemöglichkeit zuwenden.

 

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Die private und staatlich geförderte Rürup-Rente für Ärzte

Die wichtigsten Fakten zur Rürup-Rente

  • Gute Alternative bei mangelnden oder unpassenden betrieblichen Altersversorgungsmöglichkeiten
  • Flexible und unbürokratische Beitragszahlungen möglich
  • Vielfältige freie Kapitalanlagen wählbar
  • Grundsätzlich zur Lebensstandardsicherung im Rentenalter geeignet
  • Keinerlei Kapitalauszahlungen möglich sondern ausschließlich nur Rentenleistungen
Zusatzversorgungskasse: Beiträge steigen

Details zu der privaten, staatlich geförderten Rürup-Rente erhalten Sie im im Video 4.2 auf der passwortgeschützten Seite Entscheidungshilfen. Das Passwort erhalten Sie als Premium-Benutzer. Zu diesem werden Sie automatisch, wenn Sie unseren Newsletter abonniert haben.

Kurzinfo zum Video

Die private und staatlich geförderte Rürup-Rente

Nachdem wir uns bereits mit so vielen Möglichkeiten der staatlich geförderten Altersversorgung beschäftigt haben und manch einer inzwischen den Überblick verloren hat, kann die berechtigte Frage auftauchen, was nun noch die Rürup-Rente soll.

Fakten zur Rürup-Rente

Nun, die Rürup-Rente ist ursprünglich für die Selbständigen geschaffen worden. Denn viele von Ihnen bekommen keine gesetzliche Rente oder anderweitig staatlich geförderte Altersvorsorge. Die Rürup-Rente wurde jedoch nicht ausschließlich für die Selbständigen kreiert, sondern kann grundsätzlich von jedem genutzt werden. Ob das für jeden sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.

Die Rürup-Rente ist noch stärker an die Bedingungen der Gesetzlichen Rentenversicherung angelehnt. Einmal in dieses Modell eingezahlte Beiträge sind nur in Form der vereinbarten Renten zurück zu bekommen.

Ansonsten ist das Modell hinsichtlich der Beitragszahlungsmöglichkeiten sehr flexibel und unbürokratisch. Die im Produkt wählbaren Kapitalanlagen sind sehr vielfältig.

Die steuerliche Förderung ist dermaßen komplex, so dass ein Laie das Prozedere kaum nachvollziehen kann. Und auch uns ist eine vereinfachte Darstellung nicht so leicht gefallen.

Ärztinnen und Ärzte müssen bei der Rürup-Rente aufpassen! Denn in die Pflichtversorgung des Versorgungswerkes geflossene Beiträge mindern die förderbaren Rürup-Beiträge. Wer nicht aufpasst, zahlt Gelder in ein Produkt, das nicht gefördert wird und über die er auch keine Verfügung mehr hat.

Wann die Rürup-Rente für Ärztinnen und Ärzte interessant ist

Es gibt mehrere Gründe, warum die Rürup-Rente auch für die Ärzteschaft interessant sein kann.

Das ist zum einen der Fall, wenn in der Klinik des Arztes keine Möglichkeit zum Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung besteht. Dann sind Alternativen gefragt.

In den Videos zur freiwilligen betrieblichen Altersversorgung haben wir bereits darauf hingewiesen: Für Ärzte, die gesetzlich krankenversichert sind, kann betriebliche Altersversorgung aus Renditegesichtspunkten nicht lohnenswert sein. Gegebenenfalls ist dann die Rürup-Rente eine brauchbare Alternative.

Wenn Ärzte häufig den Arbeitgeber wechseln, dann ist die betriebliche Altersversorgung auch nur bedingt geeignet. Auch dann sollte die Rürup-Rente als Alternative in Betracht gezogen werden.

Bei den staatlich geförderten Altersvorsorgemöglichkeiten ist die Auswahl an Kapitalanlagen bei der Rürup-Rente am breitesten. Wer bestimmte Kapitalanlagen den Vorzug gibt, wird bei der Rürup-Rente wohl am ehesten fündig.

Ein Zahlenbeispiel zur Rürup-Rente

Anhand eines Zahlenbeispiels lassen sich die Fördermöglichkeiten und Fallstricke am besten erläutern. Deshalb schauen wir uns nun ein solches Beispiel an.

Wie schon erwähnt, ist die steuerliche Behandlung der Rürup-Rente in der Beitragszahlungs- sowie in der Rentenzahlphase äußerst komplex. Es gibt viele Variablen, die sich jedes Jahr ändern können. Deshalb hat unser Beispiel nur im Jahr 2017 Gültigkeit.

Unsere im Versorgungswerk pflichtversicherte Beispielärztin ist der Einfachheit halber Single und hat ein durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen von 150.000 Euro.

Von den Beiträgen, die im Jahr 2017 an eine Rürup-Rente gezahlt werden können, sind „nur“ 84% steuerlich begünstigt. Das heißt von maximal 23.362 Euro (Höchstbetrag) Rürup-Rentenbeitrag sind 19.624 Euro steuerfrei.

Als wäre die steuerliche Förderung der Rürup-Rente nicht komplex genug. Es müssen gleichfalls die unterschiedlichen Beiträge zu den Versorgungswerken berücksichtigt werden, da diese den Rürup-Förderbetrag mindern. Und die Beiträge des Versorgungswerkes können von Bundesland zu Bundesland variieren.

Zur Illustration dieser Unterschiede arbeitet unsere Ärztin in Beispiel 1 in Baden Württemberg, während sie im Beispiel 2 ihren Arbeitgeber in Bayern hat.

Laut Satzung des Versorgungswerkes wird für die Ärztin in das Versorgungswerk Baden –Württemberg ein Betrag von jährlich 18.000 Euro entrichtet, in das Versorgungswerk Bayern müssen hingegen „nur“ 14.249 Euro gezahlt werden.

Beide Beiträge mindern den maximal begünstigen Förderbeitrag von 23.362 Euro, so dass nach Abzug des Versorgungswerkbeitrags Baden-Württembergs noch 5.362 Euro und nach Abzug des Versorgungswerkes Bayern noch 9.113 Euro für den förderfähigen Rürup-Beitrag verbleiben.

Bleiben als steuerfreie Rürup-Beiträge (84% des förderfähigen Rürup-Beitrages) einmal 4.504 Euro und einmal 7.655 Euro übrig.

Soweit die Kurzdarstellung der steuerlichen Fördermöglichkeiten zur Rürup-Rente unter Berücksichtigung der Versorgungswerkbeiträge. Auf die Besteuerung der Leistungen wollen wir zur Vermeidung weiterer Komplexität nicht weiter eingehen.

Fazit zur Rürup-Rente

Fassen wir nun die Erkenntnisse zur Rürup-Rente zusammen.

Die Rürup-Rente ist grundsätzlich eine interessante, steuerlich geförderte Altersvorsorge, die unter den anfangs genannten Umständen eine Alternative z.B. zur betrieblichen Altersvorsorge darstellen kann.

Grundsätzlich ist der Aufbau einer hohen Altersvorsorge möglich, soweit die Freibeträge nicht schon durch die Pflichtversorgung des Versorgungswerkes aufgebraucht worden sind. Um hier nicht sinnlos Geld falsch zu investieren sollte jedes Jahr überprüft werden, dass nicht zu viel Geld eingezahlt wird.

ACHTUNG!: In Kürze werden Sie auf dieser Webseite ein Tool finden, mit welcher Sie sich selbständig Ihren maximalen Rürup-Beitrag in jedem Jahr berechnen können. Verpassen Sie nicht, wenn dieses Tool online geht und melden Sie sich deshalb für den Newsletter an!

Bei Verheirateten steht der Steuerfreibetrag grundsätzlich doppelt zur Verfügung und kann damit den steuerbegünstigten Altersvorsorgeaufbau noch einmal deutlich erhöhen.

Die Rürup-Rente eignet sich zur finanziellen Absicherung eines langen Lebens. Kapitalauszahlungen sind jedoch nicht möglich. Selbst bei Vertragskündigungen gibt es kein Geld zurück.

Wer auf der Suche nach alternativen, frei wählbaren und chancenreichen Kapitalanlagen für seine Altersvorsorge ist, wird bei der Rürup-Rente am ehesten fündig.

Wenn Sie wissen wollen, wieviel Beitrag Sie maximal in die Rürup-Rente zahlen sollten oder wir Ihnen anderweitig weiterhelfen können, so kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne. Nutzen Sie dabei auch den ersten kostenlosen Kurzcheck.


Sämtliche staatlich geförderten Altersvorsorgemöglichkeiten für Ärztinnen und Ärzte haben wir jetzt betrachtet. Im vorletzten Video schauen wir uns nun die freien und ungeförderten Altersvorsorgemöglichkeiten genauer an.

 

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